Winterdecke: 100g, 200g oder 300g? Die richtige Füllung finden

Veröffentlicht am 12.7.2026 · Links mit * sind Affiliate-Links (Anzeige).

Die Frage nach der richtigen Füllung ist jeden Herbst dieselbe – und die Antwort hängt weniger von der Temperatur ab, als viele denken. Entscheidend sind vor allem Schur, Haltung und der individuelle Stoffwechsel deines Pferdes.

Die Grundregel

Ein ungeschorenes, gesundes Pferd in Offenstall- oder Weidehaltung braucht bei intaktem Winterfell oft gar keine Decke – das Fell isoliert hervorragend, solange es trocken bleibt. Decken werden vor allem dann sinnvoll, wenn:

  • das Pferd geschoren ist,
  • es im Winter regelmäßig geritten und verschwitzt wird,
  • es alt, krank oder dünn ist und schlecht Temperatur hält,
  • Dauerregen das Fell durchnässt (dann reicht oft ein ungefütterter Regenschutz).

Orientierungstabelle

Temperatur Ungeschoren Teilschur Vollschur
über 10 °C keine Decke keine / 0g Regendecke 0–100g
5 bis 10 °C keine / 0g 100g 100–200g
0 bis 5 °C 0–100g 100–200g 200–300g
unter 0 °C 100g 200g 300g+

Beobachte dein Pferd: Schwitzt es unter der Decke (Brust fühlen!), ist sie zu warm. Zittert es oder ist die Muskulatur hart, friert es.

Ein System statt drei Decken

Statt für jede Temperaturspanne eine eigene Decke zu kaufen, lohnt ein Blick auf Kombisysteme: Die Horseware Rambo Duo etwa kombiniert eine 100g-Außendecke mit einem auszippbaren 300g-Liner – damit deckst du mit einer Anschaffung den ganzen Winter ab.

Wer klassisch kauft, fährt mit einer soliden 200g-Decke wie der Waldhausen Comfort als Erstausstattung meist am flexibelsten. Für harte Offenstall-Winter ist die Bucas Irish Turnout 300g mit Stay-Dry-Futter eine der langlebigsten Optionen im Vergleich.

Worauf du neben der Füllung achten solltest

  • Wassersäule: ab 3.000 mm gilt eine Decke als wasserdicht, hochwertige Outdoordecken liegen bei 8.000–10.000 mm.
  • Denier (D): die Reißfestigkeit des Obermaterials. 600D reicht für ruhige Gruppen, ab 1200D wird es „offenstallfest“.
  • Passform: Rückenlänge vom Widerrist bis zum Schweifansatz messen – eine schlecht sitzende Decke scheuert an Schulter und Widerrist, egal wie gut die Füllung ist.

Häufige Fragen

Ab wann sollte ich eindecken? Nicht nach Kalender, sondern nach Zustand: Schur, Alter, Haltung und Wetter zusammen betrachten. Zu frühes Eindecken stört den Aufbau des Winterfells.

Kann ich eine 100g- und eine 200g-Decke kombinieren? Technisch ja, aber nur, wenn beide dafür geschnitten sind (Unterdecke mit Wärmekragen, glattes Futter). Sonst entstehen Falten und Scheuerstellen.

Wie oft muss die Decke gewaschen werden? Mindestens einmal pro Saison mit Spezialwaschmittel, danach neu imprägnieren – sonst leidet die Wassersäule.